Vögelfrei

Heyne Hardcore, 238 Seiten, April 2009
9. Auflage Januar 2010

"vögelfrei" zu schreiben, war für mich wirklich aufregend. Nicht nur, weil es mein erster Roman ist, sondern auch, weil ich die Idee schon lange mit mir herumgetragen hatte, bis sich immer mehr persönliche Erfahrungen, Gedanken und Erlebnisse angesammelt hatten. Dieses Buch ist mit Abstand das persönlichste, das ich bisher geschrieben habe.

Meine Heldin Marei ist natürlich erfunden, und auch das "Treibhaus", eine Mischung aus exklusiver Diskothek und Darkroom, hat es in der Kombination leider nie gegeben, aber es stecken jede Menge privater Details in Mareis Reise.
Zum Beispiel habe ich in der New Yorker Wohnung, die sie von einer Freundin leiht, tatsächlich gewohnt. Für das "Treibhaus" habe ich mir die Räume meines Lieblingsclubs "ausgeliehen" (wenn da auch der Darkroom einfach ein Durchgangsflur ist - schade eigentlich). Mareis blaues Wunderkleid hängt bei mir im Schrank. Die meisten der Gerichte, die die bei ihrem Dinner serviert, koche ich auch selbst gern. Ich liebe die alte Serie "Das Haus am Eaton Place", das im Hilde-Kapitel vorkommt, und eine ähnliche Therapie-Sitzung, wie Hilde sie veranstaltet, habe ich tatsächlich mal als Gast erlebt und konnte es kaum fassen. Genau wie Hilde bin ich auch ein Fan von antiken Stoffen, Handtaschen und Schuhen. Meine Begeisterung für Mangas und Gothic-Lolitas konnte ich in dem Leander-Kapitel und die für Bollywood-Kitsch im Samir-Kapitel ausleben. Besonders ans Herz gewachsen ist mir beim Schreiben Gemma, eine meiner Lieblingsfiguren, die sich von einer einfachen, etwas freakigen Domina zu einer fast mütterlichen Herrin der Hölle entwickelte, die schließlich sogar eines meiner eigenen Laster annahm: Rolläden runter, halb aufgetauter Käsekuchen und gute Serien. An Tagen, an denen man nur rumnölen und jammern möchte, gibt es einfach nichts Besseres. In Gemmas Studio lernt Marei in der Garderobe ein merkwürdiges Sextoy kennen, das auch zu meinen Lieblingsspielzeugen gehört, und sie darf ausgiebig argentinischen Tango tanzen, wozu ich selbst leider viel zu selten komme.
Auch mit den Männern verbinden mich Erinnerungen. Mit dem Vorbild für Malte bin ich seit über zehn Jahren befreundet. Mit dem für Leo hätte ich fast mal geschlafen, und aus dem Taxi ganz am Ende des Romans würde ich, wenn ich Marei wäre, nie wieder aussteigen … Dazu aber vielleicht im nächsten Roman mehr.
Das Wichtigste ist aber eine grundlegende Gemeinsamkeit mit Marei: Wie sie bin ich eine hoffnungslose, irre Romantikerin. Und ich liebe Sex.

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

Pressestimmen zum Buch gibt es hier.

 


Ein Auszug aus dem Roman steht in Alley Cat Nr. 4 vom April 2009